Sonntag, 1. April 2018

Von der Botschaft der Vögel... - oder: Frohe Ostern!

Buchfink im Frühlingswald
Alle Vögel sind schon da, alle Vögel, alle!
Welch ein Singen, Musiziern, Pfeifen, Zwitschern, Tirilier'n!
Frühling will nun einmarschier'n, kommt mit Sang und Schalle.

Wie sie alle lustig sind, flink und froh sich regen!
Amsel, Drossel, Fink und Star und die ganze Vogelschar
wünschen dir ein frohes Jahr, lauter Heil und Segen.

Was sie uns verkünden nun, nehmen wir zu Herzen:
Wir auch wollen lustig sein, lustig wie die Vögelein,
hier und dort, feldaus, feldein, singen, springen, scherzen.

August Hoffmann von Fallersleben






Osterbrunnen im Maulbronner Klosterhof


Ein frohes Osterfest,
einen fleißigen Osterhasen
und schöne Frühlingstage
wünscht euch

Betty

Samstag, 17. Februar 2018

Vom kurzen Leben eines Schneemanns, von großen Katzen und dem Zusammensein unter demselben Himmel - und vom Ruf des Waldes...

Der Schneemann auf der Straße
trägt einen weißen Rock,
hat eine rote Nase
und einen dicken Stock.

 
Er rührt sich nicht vom Flecke,
auch wenn es stürmt und schneit.
Stumm steht er in der Ecke
zur kalten Winterszeit.


Doch tropft es von den Dächern
im ersten Sonnenschein,
da fängt er an zu laufen,
und niemand holt ihn ein.


Robert Reinick


Es war am Rosenmontag. In der Früh hatte es etwas geschneit und was davon liegen blieb, reichte gerade für diesen Mini-Schneemann. Um ihn zu bauen, hatten die Kinder meiner Feriengruppe unter viel Mühe den Schnee von den Schulhofbänken abgesammelt. Wir beschlossen, ihn zu fotografieren, denn inzwischen kam bereits die Sonne durch und wir wussten, dass ihm nur wenige Stunden bleiben würden. Spontan gaben wir ihm den Namen "Olaf", das schien irgendwie zu passen. Leider wurde er durch andere Kinder, die ihn uns wohl nicht gönnten, zerstört, bevor er schmelzen konnte, aber das ist eine andere Geschichte. Wir verschwendeten keine Zeit daran, uns darüber aufzuregen. Wenn Kinder Werke anderer nicht respektieren und zerstören, haben sie sich das vermutlich irgendwo von Erwachsenen abgeschaut und wir Großen müssen uns zunächst an unsere eigene Nase fassen und uns überlegen, welches Verhalten wir Kindern vorleben. So einfach ist das. Auf diesem Foto und in unseren Herzen jedenfalls hat Olaf seinen bleibenden Platz gefunden!


Was mir - außer Schneemann Olaf - aus diesen Fastnachtsferien noch lebhaft in Erinnerung bleiben wird, war die von allen Alterstufen geteilte Lesebegeisterung. Die Leseecke war stets gut besetzt und es wurde für diesen Bereich seitens der Kinder energisch Ruhe zum ungestörten Schmökern eingefordert. Da unsere Aktivitäten unter dem Motto "Zirkus" standen, hatte ich in der Stadtbibliothek nach einem Vorlesebuch, das uns durch die Woche begleiten könnte, gesucht und war mit Unterstützung der emsigen und netten Mitarbeiterinnen dort auch fündig geworden. Nun gibt es viele Schulkinder, denen das Lesen, kaum, dass sie es anfangs mit viel Begeisterung gelernt haben, wieder sauer gemacht wird, weil sie es mit Schule, Noten und Stillsitzenmüssen in Verbindung bringen. Hier erlebte ich jedoch eine Gruppe von über 20 Kindern von der ersten bis zu vierten Klasse, die - Jungs wie Mädchen - ganz Ohr waren, sich schlapp lachten und sich "wie Bolle" auf jede nächste Geschichte freuten. Selten hat mir Vorlesen in einem großen Rahmen so viel Spaß gemacht! Leider währte dieser nur zwei Tage. Dann war meine Stimme weg. Gründlich! Jetzt hüte ich das Bett, trinke brav Hustentee und hoffe, dass sich für die restlichen Tage ein Nachfolge-Vorleser gefunden hat, dem das Buch ebensoviel Vergnügen machte.

Tommy Löwenfreund gibt es jedoch schon ein paar Jahre und im Moment ist das Buch beim Verlag leider nicht mehr zu haben. Aber vielleicht findet ihr es zum Ausleihen in einer Bibliothek oder könnt es günstig antiquarisch erstehen. Oder ihr ladet es euch für wenig Geld als eBook herunter. Was Tommy auszeichnet: Im Grunde ist er die Jungen-Variante der von uns allen geliebten und verehrten Pippi Langstrumpf. Wie sie bewältigt auch Tommy schwierige Situationen mit Mut, Witz und unverwüstlichem Humor. Und wenn sein Löwe mit dem bezeichnenden Namen "Brüllmähne" es sich auf dem Sofa bequem macht und vergnügt eine Zebra-Sendung im Fernsehen anschaut, denken wir sogleich an das ebenso phantastische Pferd auf der Veranda der Villa Kunterbunt. In beiden Erzählungen greifen Realität und Phantansie auf eine Weise ineinander, die uns ein Stück aus dem Alltag entführt und uns zugleich neuen Mut für eben diesen Alltag mitgibt. Und wie bei den Büchern von Astrid Lindgren erübrigt sich die Frage nach "Mädchenbuch" oder "Jungenbuch". Denn Junge oder Mädchen sein spielt hier gar keine so große Rolle. Vielmehr geht es in erster Linie um das Wichtigste im Leben: Mensch zu sein und anderen ein richtig guter Freund oder eine richtig gute Freundin zu sein. Und so haben wir es hier mit einem Buch zu tun, das Mädchen wie Jungen - und auch kleinen und großen Leserinnen und Lesern gefällt. Aus diesem Grund muss es hier seinen Platz finden, auch wenn es sich um keine Neuerscheinung handelt.

Sylvia Englert (Text)
Christiane Hansen (Illustrationen):

Tommy Löwenfreund, der mutigste Junge der Welt

München 2012 (Ars Edition)
Downlowd als eBook für 2,99 € bei bücher.de

Wem es große Katzen, wie "Brüllmähne", angetan haben, der wird sich auch dem Zauber von "Leopanther" schwer entziehen können. Voller Poesie mit zauberhaften Illustrationen haben zwei polnische Brüder gemeinsam die Liebesgeschichte des Leopardenjungen Bruno und des Panthermädchens Lisa gestaltet und zu einem unvergleichlich schönen Bilderbuch werden lassen.

Pitor und Jozef Wilkon

Leopanther

Aus dem Polnischen von Ulrike Herbst-Rosocha
Affoltern am Albis/Schweiz 2017 (Bohem)
ISBN 978-3-85581-539-5
€ 14,95
Überall im Buchhandel


Sich gemeinsam auf den Weg machen, um einander kennenzulernen und festzustellen, dass wir alle denselben Himmel teilen, ähnliche Träume und Wünsche haben und einander brauchen, darum geht es auch in einem weiteren poetischen Bilderbuch. Es steht unter dem Motto "Für eine vereinte Welt" und ist besonders wichtig in Zeiten wie diesen, wo es schwer fällt, daran zu glauben, dass eine solche möglich ist. Vielleicht schaffen es ja die Kinder von heute, einen Grund dafür zu legen, morgen diese Welt anders, besser und für alle bewohnbar zu gestalten? Zusammen sollte es doch zu schaffen sein! Oder was meint ihr?

Britta Teckentrup

Zusammen unter einem Himmel

München 2017 (arsEdition)
Übersetzt aus dem Englischen von: Kristin Iozzo
ISBN: 978-3-8458-1973-0
€ 14,99
Überall im Buchhandel


Bald kommt der Frühling, spätestens dann wird es höchste Eisenbahn, wieder mehr Zeit draußen zu verbringen. Einer, der sich mit Bäumen bestens auskennt, ist der Förster Peter Wohlleben, bekannt aus dem Fernsehen. In einem ganz besonderen Buch lädt er nun junge und jung gebliebene Leute zu einer besonderen Entdeckungsreise in den Wald ein. Wir erfahren Erstaunliches darüber, wie Bäume miteinander reden, einander warnen oder sich gegenseitig helfen, erkunden Spannendes über Pilze, Pflanzen und Tiere und bekommen Tipps zum eigenen Erforschen und Ausprobieren. Beeindruckende Fotos und lustige Zeichnungen sorgen für ein kurzweiliges Lesevergnügen, bei dem wir nebenbei unerhört viel lernen können.

"Hörst du wie die Bäume sprechen?" wurde im Januar 2018 von der Deutschen Akademie für Kinder- und Jugendliteratur zum Buch des Monats ausgezeichnet.

Peter Wohlleben

Hörst du, wie die Bäume sprechen?

Eine kleine Entdeckungsreise durch den Wald
Gestaltung von Dagmar Herrmann
Einband und Illustrationen von Stefanie Reich
Einbandgestaltung von Dagmar Herrmann
Hamburg 2017 (Oetinger)
€ 16,99
ISBN-13: 978-3-7891-0822-8
Überall im Buchhandel



Vielleicht begegnen wir uns ja bald mal irgendwo in den Wäldern?

Ich wünsche euch schöne Spätwinter- und Vorfrühlingstage!

Viele liebe Grüße

Eure Betty

Sonntag, 24. Dezember 2017

Vom Warten aufs Christkind - und von guten Wünschen fürs Neue Jahr!

Ach, wie unendlich lang ist heut' der Tag!
Die Kinder zählen jeden Glockenschlag.
Nun endlich doch verglüht hoch über'm Tal
Im Westen sanft der Sonne gold'ner Strahl.

"Sieh, Schwesterlein, nun wird es draußen Nacht;
Schon ist ein gold'nes Sternlein aufgemacht.
Ein zweites jetzt und mehr und immer mehr.
Dort wohnt das Christkind mit dem Engelheer."

Die Kleinste spricht: "Kennt ich nur seinen Stern!
Vom Himmel fliegen säh ich's zu gern;
Doch weiß ich wohl, die Mutter sieht's allein,
Es huscht ganz heimlich in das Haus hinein."

"Horch! Hörst du's knistern?" Und sie atmen kaum,
"Gewiss, das Christkind bringt den Tannenbaum!
Er brennt! Er brennt!" Es fällt ein heller Schein.
Durchs Schlüsselloch ins dunkle Kämmerlein.

Nun spürt man schon der Tanne würz'gen Hauch.
Der Bruder fragt: "Kannst du dein Sprüchlein auch?
Ich hab' mir mein's soeben aufgesagt,
Dass ich nicht stocke, wenn das Christkind fragt."

Die Schwester nickt! - Ein helles Glöcklein klang;
Dem kleinen Pärchen wird so wonnigbang.
Die Tür springt auf; aus grüner Zweige Kranz
Strahlt blendend hell der Weihnachtskerzen Glanz.

Und jetzt zum Tisch! Oh, wie das jauchzt und lacht:
"Oh, sieh nur, was das Christkind mir gebracht!"
Die Wangen glühn, die Augen blitzen klar;
Am Hals der Eltern hängt das frohe Paar.

Nun spielen sie am hellen Weihnachtstisch;
Wie bleiben doch die Äuglein heut' so frisch!
Der Sandmann, der zu früher Zeit sonst naht,
Hat sicher heut verfehlt den rechten Pfad.

Doch endlich ruft die Mutter: "Nun ins Nest,
Damit ihr frisch erwacht am Weihnachtsfest!
Zu Bett! Zu Bett!" Die Lichter löschen aus,
Und Engel halten Wacht am stillen Haus.

Julius Sturm



Betty wünscht allen jungen
und jung gebliebenen LiteraturfreundInnen:
Ein kurzweiliges Warten aufs Christkind,
glückliche und gesegnete Weihnachtstage
und ein friedevolles Neues Jahr 2018!

Samstag, 21. Oktober 2017

Von einem unverstellten Himmel, farbenfrohen Karussells, philosophischen Bären - und dem Recht der Kinder auf gute Seiten im Internet...

Im Nebel ruhet noch die Welt,
Noch träumen Wald und Wiesen.
Bald siehst du, wenn der Schleier fällt,
Den blauen Himmel unverstellt,
Herbstkräftig die gedämpfte Welt
In warmem Golde fließen.

Eduard Mörike







Eigentlich heißt dieses Gedicht ja "Septembermorgen". Aber es will mir noch besser zum Oktober passen. Ich mag es sehr, denn sowie ich es lese oder höre, spüre ich genau den Zauber, der sich einstellt, wenn das Licht durch den frühen Nebel dringt und die Landschaft in herbstliches Gold eintauchen lässt.


Ich bin dem Dichter wieder begegnet. Im Literaturmuseum in Marbach am Neckar, der Geburtsstadt des Dichters Schiller, der noch etwas früher lebte als Mörike. Dass Eduard Mörike gern in der Natur war, lässt sich dort unschwer feststellen. Wir können dort seinen Spazierstock und einen Teil seiner großen Sammlung an Steinen und Fossilien, die er von allen seinen Wanderungen heim trug, bewundern.


















Aber auch den originalen alten Turmhahn vom Kirchturm des baden-württembergischen Dorfes Cleversulzbach, wo der Dichter einst Pfarrer war, findet ihr dort. Diesen Hahn hatte er vor dem Wegwerfen bewahrt und ihm ein sehr langes Gedicht gewidmet. Hier könnt ihr klicken, wenn ihr die Geschichte nochmals nachlesen wollt. 

Geboren ist Mörike nicht allzu weit weg von Marbach, in Ludwigsburg, wo ich immer wieder gerne Schloss und Garten besuche und als Kind schon immer meine Eltern ordentlich nervte, damit wir dort hinfuhren. Dort gibt es im Oberen Ostgarten ein restauriertes altes Karussell, auf dem sich in früheren Zeiten vor allem die Erwachsenen der Hofgesellschaft vergnügten. Zum Glück gibt es ja auch heute noch - oder wieder - Große, die zugeben, dass sie hin und wieder noch gern spielen. Deshalb hatte ich auch vor drei Jahren, als ich mit dieser Seite begann, ein Foto dieses Karussells als Symbolbild gewählt. Ihr findet es auf der rechten Seite dieses Blogs. Denn die Seite sollte ja allen jungen und jung gebliebenen Literaturfreundinnen und Literaturfreunden gewidmet sein.


Pferdekarussell im Oberen Ostgarten
Blühendes Barock Ludwigsburg




Nun, gerade beim Stöbern in einer Buchhandlung in der Schillerstadt Marbach ergab es sich, dass mir ein Bilderbuch über ein Karussell-Gedicht in die Hände fiel. Ein anderer Dichter war es, der es schrieb, - und er meinte natürlich auch nicht dieses Karussell, sondern eines, das er in einem Park in Paris, im Jardin du Luxembourg gesehen hatte.


Und dies ist das Gedicht:

Das Karussell
Jardin du Luxembourg

Mit einem Dach und seinem Schatten dreht
sich eine kleine Weile der Bestand
von bunten Pferden, alle aus dem Land,
das lange zögert, eh es untergeht.
Zwar manche sind an Wagen angespannt,
doch alle haben Mut in ihren Mienen;
ein böser roter Löwe geht mit ihnen
und dann und wann ein weißer Elefant.

Sogar ein Hirsch ist da, ganz wie im Wald,
nur dass er einen Sattel trägt und drüber
ein kleines blaues Mädchen aufgeschnallt.

Und auf dem Löwen reitet weiß ein Junge
und hält sich mit der kleinen heißen Hand
dieweil der Löwe Zähne zeigt und Zunge.

Und dann und wann ein weißer Elefant.




Und auf den Pferden kommen sie vorüber,
auch Mädchen, helle, diesem Pferdesprunge
fast schon entwachsen; mitten in dem Schwunge
schauen sie auf, irgendwohin, herüber –.

Und dann und wann ein weißer Elefant.

Und das geht hin und eilt sich, dass es endet,
und kreist und dreht sich nur und hat kein Ziel.
Ein Rot, ein Grün, ein Grau vorbeigesendet,
ein kleines kaum begonnenes Profil –.
Und manchesmal ein Lächeln, hergewendet,
ein seliges, das blendet und verschwendet
an dieses atemlose blinde Spiel ...

Rainer Maria Rilke





Mit einem weißen Elefanten kann das Karussell in Ludwigsburg nun nicht dienen, mit Pferden und Hirschen aber schon. Das Karussell jedoch, das der Dichter vor Augen gehabt haben könnte, zeigt euch dieses stimmungsvolle Bilderbuch.

Rainer Maria Rilke:
Das Karussell
mit Bildern von Isabel Pin
Berlin 2008 (Kindermann)
€ 15,90
ISBN 978-3-934029-28-6
Überall im Buchhandel


Oder ihr lasst in euch euer eigenes Bild von einem Karussell entstehen. Lest das Gedicht so oft, bis ihr es auswendig könnt, dann schließt die Augen. Wenn ihr ein Bild in euch habt, holt euch Stifte, Farben und Papier - und los geht es!


Das Rilke-Haus in Fischerhude


Steg am Rilkehaus in Fischerhude
Ein wenig bin ich vor einigen Wochen auch diesem Dichter begegnet, auf einer Kurzreise zu einer Tagung nach Bremen, wo ich auch die Künstlerdörfer Worpswede und Fischerhude ganz in der Nähe besuchte. Diese liegen in einer Moorlandschaft, die gerade im Herbst Malerinnen und Maler wie Paula-Modersohn-Becker, Otto Modersohn, Fritz Overbeck und Heinrich Vogeler zu ihren schönsten Bildern inspirierte. Diese Fotos zeigen das ehemalige Atelierhaus von Rilkes Frau, der Malerin und Bildhauerin Clara Rilke-Westhoff, die dort wohnte und arbeitete. Heute beherbergt das Haus, das von einem wunderschönen Garten umgeben ist, ein Café. Trotz des Regens an diesem Tag hat sich die Blumenpracht des Gartens inmitten der Wasserlandschaft des Flüsschens Wümme noch einmal in ihren schönsten Farben gezeigt.





Im Garten des Rilke-Hauses in Fischerhude


Sonnenuntergang an der Hamme
Klein-Helgoland/Worpswede
Dass die Malerinnen und Maler sich von dieser Landschaft gern verzaubern ließen, konnte ich gut nachfühlen bei diesem Sonnenuntergang an der Hamme bei Worpswede.




















Vor zwei Wochen war mein Sohn Raphael, den ich ja nicht mehr so oft sehe, weil er in Köln lebt und studiert, bei mir zu Besuch. Er ist ebenso gern in der Natur wie ich und so haben wir manche Wanderung zusammen unternommen. Dieses Foto zeigt ihn, als wir vom Hohlohturm die Aussicht über den nördlichen Schwarzwald genossen.


Mit Raphi auf dem Hohloh-Turm im Schwarzwald

Steg durchs Hohloh-Hochmoor
im Nordschwarzwald

Auch dieser Turm liegt in einer geheimnisvollen Moorlandschaft, durch die Stege führen, weil man sonst sehr leicht versinken könnte. In dieser Gegend finden sich noch Schmetterlinge, die leider nur noch selten zu bewundern sind, wie der Trauermantel.

Trauermantel im Wildsee-Moor





Der Hohlohsee im Nordschwarzwald
Hier am Hohlohsee entfaltet Maler Herbst seinen Farbenzauber.












Im Hohloh-Hochmoor


Wohin gehen jung gebliebene Mütter mit ihren Kindern gerne, auch wenn diese Kinder schon groß sind? Natürlich in den Tierpark! Und so bekamen wir Lust, gemeinsam wieder einmal ein nahe gelegenes Wildgehege aufzusuchen, wo wir sehr "gechillte" Braunbären antrafen, die sich wohl bald für den nahen Winterschlaf rüsten.









Bären habe ich schon immer geliebt, Bücher von Bären auch, so dass mir gleich ein Lieblingsbuch aus Kindertagen in Erinnerung kommt, von dem sich noch heute kleine und große Leserinnen und Leser gern verzaubern lassen.

Pu der Bär, den ihr sicherlich auch aus Filmen als "Winnie Puh" kennt, erlebt mit Christopher Robin und seinen tierischen Freunden Ferkel, Kaninchen, Eule, I-Aah, Tiger, Känga und Klein-Ruh herrlich komische, unvergessliche Abenteuer im Hundertsechzig-Morgen-Wald. Sie sind für immer in unseren Herzen festgeschrieben. Und am schönsten ist es, wenn wir sie uns vorlesen oder vorlesen lassen!

Alan Alexander Milne:
Pu der Bär
Gesamtausgabe
Einbandgestaltung von Konstantin Buchholz
Einband und Illustrationen von Ernest H. Shepard
Aus dem Englischen von Harry Rowohlt
Hamburg 2009 (Dressler)
€ 15,90
ISBN-13: 978-3-7915-1339-3
Überall im Buchhandel








Aber wisst ihr auch, wie es zu dieser Geschichte kam - und wer der kleine Schwarzbär war, die sie auslöste? Oder vielmehr: Eine kleine Schwarzbärin, die ein kanadischer Soldat und Tierarzt einst einem Trapper abkaufte. Dieses Bilderbuch erzählt die spannende und rührende Geschichte, von Winnie, die später im Londoner Zoo Alan A. Milnes Sohn Christopher Robin kennenlernen sollte.

Lindsay Mattick
WINNIE
Die wahre Geschichte des berühmten Bären

Mit Illustrationen von Sophie Blackall
Übersetzung aus dem Amerikanischen
Münster 2015 (Bohem)
€ 19,95
ISBN 978-3-95939-027-9
Überall im Buchhandel

Heute, am 21.Oktober, ist übrigens "Tag der Kinderseiten". Denn es ist wichtig, dass Kinder im Internet gute Seiten vorfinden, auf denen sie sich informieren, Lerntipps und Ideen einholen oder auch einfach spielen und Spaß haben können, ohne von Erwachsenen, die es nicht gut mit ihnen meinen, - denn solche gibt es leider auch! -, für dumm verkauft, ausgenutzt oder ausspioniert zu werden. In diesem Blog auf der rechten Seite - ziemlich unten - habe ich schon seit längerer Zeit Links für Kinder aufgelistet, die zu empfehlen sind, und es werden immer wieder welche hinzukommen. Ihr braucht euch einfach nur durchzuklicken.

Kinder haben das Recht auf gute Bildung und gute Medien - und dies gilt es immer wieder einzufordern. Bücher, in denen Kinder sich über dieses Recht und weitere Kinderrechte nach der Kinderrechtskonvention der Vereinten Nationen (UN) informieren können, waren eine Zeitlang vergriffen und kaum mehr zu bekommen. Umso erfreulicher ist es, dass in diesem Jahr ein solches neu erschienen ist, worin ihr viele eurer Fragen verständlich beantwortet bekommt.

Anke M. Leitzgen:
DAS SIND DEINE RECHTE
Das Kinderrechte-Buch
Mit Illustrationen von Signe Kjær
Weinheim 2017 (Beltz)
€ 14,95
ISBN: 978-3-407-82178-2
Überall im Buchhandel


Niemals zum Essen, nur zum Anschauen:
Fliegenpilze im Hohloh-Moor

Ich selbst habe hier ja "nur" ein persönliches Blog, in dem ich euch meine Eindrücke erzähle und Bücher empfehle, die ich selbst kenne und mag. Und leider schaffe ich es auch nicht immer, so oft neue Beiträge zu einzustellen, wie ich das eigentlich gern möchte. Denn ich habe ja noch meinen Beruf, in dem ich auch mit Kindern arbeite, und darüber hinaus so manches weitere Schreibprojekt. Ich hoffe, dass es euch, wenn ihr euch hierher "verirrt" habt, dennoch ein bisschen gefällt. Ihr könnt mir jederzeit auch gerne unten einen Kommentar hinterlassen. Oder schreibt mir unter: Bettine@bettys-corner.de!

Meine 4-beinige Freundin aus dem Odenwald
In jedem Fall wünsche euch noch einen schönen, farbenfrohen Lese-Herbst!

Herzliche Grüße

Eure Betty





Donnerstag, 6. Juli 2017

Von sommerlichen Abenteuern - und Träumen, die Groß und Klein auf Reisen führen...



Sommergedicht

Ich bin der Sommer
In erbsengrünen Hosen
und kirschrotem Wams
ziehe ich lustig einher.
Heb ich den Finger,
blüh'n Rosen.
Heb ich die Hand,
rauscht die Welle im Meer.
Spiel ich die Flöte,
tanzt der Delfin,
duftet's nach Wiesengrün
und Jasmin.

Mascha Kaléko


Ein merkwürdiges Erlebnis fällt mir ein, sobald ich die Gedichte der von mir sehr geliebten Dichterin Mascha Kaléko in ihrer wunderbaren, bilderreichen Sprache lese. Es war mir so gruselig, dass ich lange nicht darüber sprechen konnte, weil es mich so sehr beschäftigt hat. Ich sollte in einer Bibliothek einer Runde zum Teil sehr kleiner Kinder in Begleitung ihrer Eltern Bilderbücher vorstellen. Ich stellte mir das ganz nett vor und freute mich darauf. Niemanden in dieser Runde kannte ich zuvor, ich war also zunächst für die Kinder dort eine Fremde. Dennoch kamen viele sehr schnell zutraulich angekrabbelt und setzten sich in meine Nähe. Ich hatte das Bilderbuch "Schnip" gewählt, die Geschichte eines jungen Vogels, der sich zunächst nicht zu fliegen getraut, aber vielen anderen Tieren hilft und am Ende doch noch zum Helden wird. Kein Buch von der grellen, schrillen Sorte, eher eine ruhige, zärtliche Erzählung in sanften Farben. 


Claudia Lagermann: Schnipp
Illustrationen von Hanneke Siemensma
Aus dem Niederländischen von Andrea Kluitmann
Münster 2015 (Bohem)

ISBN 978-3-95939-015-6
Überall im Buchhandel


Die Kinder waren gewiss noch etwas schüchtern, aber sie hörten interessiert zu und schauten sich die Bilder an. Ab und zu krabbelten sie ein wenig herum, wie das sehr kleine Kinder nun mal gern tun. Das störte mich nicht. Wer würde denn verlangen, dass sie mäuschenstill sitzen blieben? Andere schnuckelten sich ganz entspannt auf den Teppich, eines schlummerte gar ein wenig. Auch das fand ich nicht schlimm, denn ich lese selbst gern Bücher zur Entspannung und nutze sie, um zur Ruhe zu kommen. Es war ein später Nachmittag im Herbst und so ein Tag ist für kleine Kinder, die meist schon in eine Krippe oder einen Kindergarten gehen, lang und anstrengend. Für meine Schulkinder, die ich sonst betreue, hätte ich mir manches Mal gewünscht, dass sie sich so entspannen könnten. Aber ihr wisst ja selbst, wie anstrengend Schule ist! Am Ende sangen wir das Abendlied "Der Mann im Mond" von Mascha Kaléko, das ich selbst sehr gern habe. Die Kinder kannten es noch nicht, deshalb hörten sie erst einmal zu oder summten nur mit. Beim nächsten Mal hätten sie sich gewiss daran erinnert und mitgemacht.

Was soll ich sagen? Es gab kein nächstes Mal. Und es sollte mir übel ergehen! Die Eltern beschwerten sich bei der Bibliotheksleitung. Sie fanden nämlich, das sei ja doch alles viel zu langweilig für ihre Kinder gewesen. Außerdem hätten sie doch etwas lernen sollen! Ja, auch nachmittags zwischen 4 und 5 Uhr! 


Ich will ehrlich sein: Ich bin leicht zu erschrecken! Ich habe großen Respekt vor Kindern. Es wäre mir nicht in den Sinn gekommen, diese Kleinen, die mich noch gar nicht kannten, um diese Uhrzeit gleich beim ersten Termin zuzukaspern und dann noch zu verlangen, sie müssten jetzt unbedingt alle mitmachen - und womöglich noch alle dasselbe tun! Das aber wurde wohl von mir erwartet. Nun ist das gewiss kein Beinbruch, solche Sachen passieren. Dann war ich eben nicht die Richtige für diese Aufgabe. Ich hatte zu dieser Zeit noch sehr viel anderes um die Ohren, deshalb entschied ich mich, mein Honorar zu spenden und anderen Platz zu machen, die es möglicherweise besser können. Vielleicht war es feige, so schnell aufzugeben? Ich weiß es nicht. Für die Kinder stimmte es mich ein wenig traurig. Ich fühle, dass wir in einer hektischen Zeit leben, wo uns überall "Action" geboten wird. Die viele Elektronik, von der wir umgeben sind, kann großen Spaß machen, aber sie macht uns auf Dauer auch nervös und zapplig, und zwar uns Große ebenso wie die Kleinen. Sich auf etwas Ruhigeres einzulassen, braucht Zeit und Geduld. Und die haben wir kaum mehr, weil unser Kalender so voll ist. Keine Zeit mehr, Bilder einfach nur auf sich wirken zu lassen. Keine Zeit mehr für Gedichte. Oder? 

Wenn ihr anderer Meinung sein solltet, möchte ich euch dazu einladen. Und deshalb habe ich das Bilderbuch hier schließlich doch empfohlen. Ich habe ihm gewiss Unrecht damit getan, dass ich es bislang nicht tat. Es kann nichts für all die Missverständnisse und mein Unbehagen! Und noch weniger kann die Dichterin Mascha Kaléko dafür, diese Malerin mit Worten, die, wenn sie noch leben würde, in diesem Juni 110 Jahre alt geworden wäre! Auf ihr Buch "Träume, die auf Reisen führen" stieß ich in einer meiner Lieblingsbuchhandlungen. Darin findet ihr den "Mann im Mond" und ebenso unser Sommergedicht. Ihre Gedichte laden zum Träumen ein. Vielleicht finden manche Erwachsene das nicht gut. Sie denken, wenn Kinder träumen, lernen sie nichts. Aber ich sage euch: Das ist ein großer Irrtum! Denn wer träumen kann, schafft sich eine reiche innere Welt. Und auf die kann er - oder sie - immer zurückgreifen, auch dann, wenn es in der Außenwelt mal nicht so toll aussieht.

Mascha Kaléko, Eva-Maria Prokop (Hrsg.):
Träume, die auf Reisen führen. Gedichte für Kinder.
Mit Bildern von Hildegard Müller
München 2016 (dtv/Reihe Hanser)
ISBN
978-3-423-64027-5
Überall im Buchhandel



Natürlich blieb es, wie immer, wenn ich mich in eine gute Buchhandlung verirre, nicht bei einem einzigen Gedichtbuch. Ich fand gleich noch ein weiteres und las mich darin fest. Die Gedichtsammlung "Großer Ozean" ist schon etwas älter, aus dem Jahr 2000, wurde 2001 für den Deutschen Jugendliteraturpreis nominiert und war so erfolgreich, dass sie immer wieder neu aufgelegt wird. Auch hierin finden sich Gedichte für alle - Große wie Kleine - und vielleicht macht es doch Spaß, gemeinsam hineinzuschauen und manches neu und anderes wiederzuentdecken.

Hans-Joachim Gelberg (Hrsg.):
Großer Ozean. Gedichte für alle.
Weinheim 2015 (Beltz & Gelberg)

ISBN 978-3-407-74631-3
Überall im Buchhandel




Aussicht vom Königsstuhl/Rügen



Kremser in Putgarten auf Rügen

















Leuchttürme Arkona/Rügen



Ehemaliger Leuchtturm Ranzow
Auf Reisen war ich vor einigen Wochen wieder - auf Rügen - und fand auch diesmal - außer Meer, Kreidefelsen und Leuchttürmen - allerlei Wundersames.



















Peilturm Arkona - Wer hat den Mond auf die Turmspitze gesteckt???





So entdeckte ich einen fahrbaren Bücherschrank, der von Dorf zu Dorf zieht, damit Klein und Groß gut mit Büchern versorgt sind. Auf dem Weg dorthin kam es auch zu mancher vierbeinigen Begegnung...













 

Als ich dann sogar einen "Bücherbahnhof" gefunden hatte, könnt ihr euch denken, wo ich die nächsten Stunden zugebracht habe...














Betty am Meer


Katerchen Paul - auch ganz oben im Bild - verriet mir während meines Frühstückstees sein Lieblingsbuch für diesen Sommer: "Ab heute wird's wild und gefährlich" erzählt die Geschichte der Hauskatze Molly, die ihr Zuhause verliert, da ihr Frauchen ins Seniorenheim muss und dort keine Haustiere erlaubt sind. Sie kann dem Transportkäfig fürs Tierheim knapp entkommen - und macht sich auf den Weg in die Wildnis. Nun ist jedoch zu vermuten, dass sie vom wilden Leben bislang wenig Ahnung hatte. Das große Abenteuer beginnt!



Martina Baumbach, Katrin Engelking:
Ab heute wird's wild und gefährlich
Stuttgart 2017 (Thienemann)
ISBN:
978-3-522-18447-2
Überall im Buchhandel















Wer sich auf Abenteuer begibt, der kann etwas erzählen!  Erinnerungen, die miteinander geteilt werden, beginnen meist mit den Worten: "Weißt du noch?" Und zuweilen fällt im Rückblick ein magischer Schimmer auf unsere Abenteuer - und unser äußeres und inneres Erleben verbinden sich zu etwas ganz Neuem. Davon erzählt dieses stimmungsvolle Bilderbuch.

Zoran Drvenkar, Jutta Bauer:

Weißt du noch
München 2017 (Hanser)
ISBN:
978-3-446-25478-7
Überall im Buchhandel





 






Ich wünsche euch einen tollen Sommer! Und mögen euch viele schöne Erinnerungen davon im Gedächtnis bleiben!

Eure Betty