Donnerstag, 6. Juli 2017

Von sommerlichen Abenteuern - und Träumen, die Groß und Klein auf Reisen führen



Sommergedicht

Ich bin der Sommer
In erbsengrünen Hosen
und kirschrotem Wams
ziehe ich lustig einher.
Heb ich den Finger,
blüh'n Rosen.
Heb ich die Hand,
rauscht die Welle im Meer.
Spiel ich die Flöte,
tanzt der Delfin,
duftet's nach Wiesengrün
und Jasmin.

Mascha Kaléko


Ein merkwürdiges Erlebnis fällt mir ein, sobald ich die Gedichte der von mir sehr geliebten Dichterin Mascha Kaléko in ihrer wunderbaren, bilderreichen Sprache lese. Es war mir so gruselig, dass ich lange nicht darüber sprechen konnte, weil es mich so sehr beschäftigt hat. Ich sollte in einer Bibliothek einer Runde zum Teil sehr kleiner Kinder in Begleitung ihrer Eltern Bilderbücher vorstellen. Ich stellte mir das ganz nett vor und freute mich darauf. Niemanden in dieser Runde kannte ich zuvor, ich war also zunächst für die Kinder dort eine Fremde. Dennoch kamen viele sehr schnell zutraulich angekrabbelt und setzten sich in meine Nähe. Ich hatte das Bilderbuch "Schnip" gewählt, die Geschichte eines jungen Vogels, der sich zunächst nicht zu fliegen getraut, aber vielen anderen Tieren hilft und am Ende doch noch zum Helden wird. Kein Buch von der grellen, schrillen Sorte, eher eine ruhige, zärtliche Erzählung in sanften Farben. 


Claudia Lagermann: Schnipp
Illustrationen von Hanneke Siemensma
Aus dem Niederländischen von Andrea Kluitmann
Münster 2015 (Bohem)

ISBN 978-3-95939-015-6
Überall im Buchhandel


Die Kinder waren gewiss noch etwas schüchtern, aber sie hörten interessiert zu und schauten sich die Bilder an. Ab und zu krabbelten sie ein wenig herum, wie das sehr kleine Kinder nun mal gern tun. Das störte mich nicht. Wer würde denn verlangen, dass sie mäuschenstill sitzen blieben? Andere schnuckelten sich ganz entspannt auf den Teppich, eines schlummerte gar ein wenig. Auch das fand ich nicht schlimm, denn ich lese selbst gern Bücher zur Entspannung und nutze sie, um zur Ruhe zu kommen. Es war ein später Nachmittag im Herbst und so ein Tag ist für kleine Kinder, die meist schon in eine Krippe oder einen Kindergarten gehen, lang und anstrengend. Für meine Schulkinder, die ich sonst betreue, hätte ich mir manches Mal gewünscht, dass sie sich so entspannen könnten. Aber ihr wisst ja selbst, wie anstrengend Schule ist! Am Ende sangen wir das Abendlied "Der Mann im Mond" von Mascha Kaléko, das ich selbst sehr gern habe. Die Kinder kannten es noch nicht, deshalb hörten sie erst einmal zu oder summten nur mit. Beim nächsten Mal hätten sie sich gewiss daran erinnert und mitgemacht.

Was soll ich sagen? Es gab kein nächstes Mal. Und es sollte mir übel ergehen! Die Eltern beschwerten sich bei der Bibliotheksleitung. Sie fanden nämlich, das sei ja doch alles viel zu langweilig für ihre Kinder gewesen. Außerdem hätten sie doch etwas lernen sollen! Ja, auch nachmittags zwischen 4 und 5 Uhr! 


Ich will ehrlich sein: Ich bin leicht zu erschrecken! Ich habe großen Respekt vor Kindern. Es wäre mir nicht in den Sinn gekommen, diese Kleinen, die mich noch gar nicht kannten, um diese Uhrzeit gleich beim ersten Termin zuzukaspern und dann noch zu verlangen, sie müssten jetzt unbedingt alle mitmachen - und womöglich noch alle dasselbe tun! Das aber wurde wohl von mir erwartet. Nun ist das gewiss kein Beinbruch, solche Sachen passieren. Dann war ich eben nicht die Richtige für diese Aufgabe. Ich hatte zu dieser Zeit noch sehr viel anderes um die Ohren, deshalb entschied ich mich, mein Honorar zu spenden und anderen Platz zu machen, die es möglicherweise besser können. Vielleicht war es feige, so schnell aufzugeben? Ich weiß es nicht. Für die Kinder stimmte es mich ein wenig traurig. Ich fühle, dass wir in einer hektischen Zeit leben, wo uns überall "Action" geboten wird. Die viele Elektronik, von der wir umgeben sind, kann großen Spaß machen, aber sie macht uns auf Dauer auch nervös und zapplig, und zwar uns Große ebenso wie die Kleinen. Sich auf etwas Ruhigeres einzulassen, braucht Zeit und Geduld. Und die haben wir kaum mehr, weil unser Kalender so voll ist. Keine Zeit mehr, Bilder einfach nur auf sich wirken zu lassen. Keine Zeit mehr für Gedichte. Oder? 

Wenn ihr anderer Meinung sein solltet, möchte ich euch dazu einladen. Und deshalb habe ich das Bilderbuch hier schließlich doch empfohlen. Ich habe ihm gewiss Unrecht damit getan, dass ich es bislang nicht tat. Es kann nichts für all die Missverständnisse und mein Unbehagen! Und noch weniger kann die Dichterin Mascha Kaléko dafür, diese Malerin mit Worten, die, wenn sie noch leben würde, in diesem Juni 110 Jahre alt geworden wäre! Auf ihr Buch "Träume, die auf Reisen führen" stieß ich in einer meiner Lieblingsbuchhandlungen. Darin findet ihr den "Mann im Mond" und ebenso unser Sommergedicht. Ihre Gedichte laden zum Träumen ein. Vielleicht finden manche Erwachsene das nicht gut. Sie denken, wenn Kinder träumen, lernen sie nichts. Aber ich sage euch: Das ist ein großer Irrtum! Denn wer träumen kann, schafft sich eine reiche innere Welt. Und auf die kann er - oder sie - immer zurückgreifen, auch dann, wenn es in der Außenwelt mal nicht so toll aussieht.

Mascha Kaléko, Eva-Maria Prokop (Hrsg.):
Träume, die auf Reisen führen. Gedichte für Kinder.
Mit Bildern von Hildegard Müller
München 2016 (dtv/Reihe Hanser)
ISBN
978-3-423-64027-5
Überall im Buchhandel



Natürlich blieb es, wie immer, wenn ich mich in eine gute Buchhandlung verirre, nicht bei einem einzigen Gedichtbuch. Ich fand gleich noch ein weiteres und las mich darin fest. Die Gedichtsammlung "Großer Ozean" ist schon etwas älter, aus dem Jahr 2000, wurde 2001 für den Deutschen Jugendliteraturpreis nominiert und war so erfolgreich, dass sie immer wieder neu aufgelegt wird. Auch hierin finden sich Gedichte für alle - Große wie Kleine - und vielleicht macht es doch Spaß, gemeinsam hineinzuschauen und manches neu und anderes wiederzuentdecken.

Hans-Joachim Gelberg (Hrsg.):
Großer Ozean. Gedichte für alle.
Weinheim 2015 (Beltz & Gelberg)

ISBN 978-3-407-74631-3
Überall im Buchhandel




Aussicht vom Königsstuhl/Rügen



Kremser in Putgarten auf Rügen

















Leuchttürme Arkona/Rügen



Ehemaliger Leuchtturm Ranzow
Auf Reisen war ich vor einigen Wochen wieder - auf Rügen - und fand auch diesmal - außer Meer, Kreidefelsen und Leuchttürmen - allerlei Wundersames.



















Peilturm Arkona - Wer hat den Mond auf die Turmspitze gesteckt???





So entdeckte ich einen fahrbaren Bücherschrank, der von Dorf zu Dorf zieht, damit Klein und Groß gut mit Büchern versorgt sind. Auf dem Weg dorthin kam es auch zu mancher vierbeinigen Begegnung...













 

Als ich dann sogar einen "Bücherbahnhof" gefunden hatte, könnt ihr euch denken, wo ich die nächsten Stunden zugebracht habe...














Betty am Meer


Katerchen Paul - auch ganz oben im Bild - verriet mir während meines Frühstückstees sein Lieblingsbuch für diesen Sommer: "Ab heute wird's wild und gefährlich" erzählt die Geschichte der Hauskatze Molly, die ihr Zuhause verliert, da ihr Frauchen ins Seniorenheim muss und dort keine Haustiere erlaubt sind. Sie kann dem Transportkäfig fürs Tierheim knapp entkommen - und macht sich auf den Weg in die Wildnis. Nun ist jedoch zu vermuten, dass sie vom wilden Leben bislang wenig Ahnung hatte. Das große Abenteuer beginnt!



Martina Baumbach, Katrin Engelking:
Ab heute wird's wild und gefährlich
Stuttgart 2017 (Thienemann)
ISBN:
978-3-522-18447-2
Überall im Buchhandel














Wer sich auf Abenteuer begibt, der kann etwas erzählen!  Erinnerungen, die miteinander geteilt werden, beginnen meist mit den Worten: "Weißt du noch?" Und zuweilen fällt im Rückblick ein magischer Schimmer auf unsere Abenteuer - und unser äußeres und inneres Erleben verbinden sich zu etwas ganz Neuem. Davon erzählt dieses stimmungsvolle Bilderbuch.

Zoran Drvenkar, Jutta Bauer:

Weißt du noch
München 2017 (Hanser)
ISBN:
978-3-446-25478-7
Überall im Buchhandel





 






Ich wünsche euch einen tollen Sommer! Und mögen euch viele schöne Erinnerungen davon im Gedächtnis bleiben!

Eure Betty












Freitag, 17. März 2017

Von gewitzten Vögeln, von Wölfen, die aus Büchern fallen, - und anderen märchenhaften Tierabenteuern...

Krokus
Hoch oben von dem Eichenast
eine bunte Meise läutet
ein frohes Lied, ein helles Lied,
ich weiß auch, was es bedeutet.

Es schmilzt der Schnee, es kommt das Gras,
die Blumen werden blühen;
es wird die ganze weite Welt
in Frühlingsfarben glühen.

Die Meise läutet den Frühling ein,
ich hab' es schon lange vernommen;
er ist zu mir bei Eis und Schnee
mit Singen und Klingen gekommen.

Hermann Löns




Das helle Lied der Meise. Habt ihr es schon gehört? Manchmal kündet es schon an sonnigen Wintertagen vom nahenden Frühling. Plötzlich ist dann eines Morgens vor dem Fenster die Luft erfüllt vom Schwatzen der Stare, die aus dem Süden zurückgekehrt sind und sich einen Spaß daraus machen, andere Vögel täuschend echt zu imitieren. Bei Vögeln, die immer bei uns sind, wie zum Beispiel dem Bussard, fällt uns dies manchmal gar nicht gleich auf. Jedoch: ein Pirolruf im März? Hier lohnt es sich dann doch, genau hinzuschauen! Seht ihr dann einen gesprenkelten, ununterbrochen schwatzenden Gesellen, etwa so groß wie eine Amsel, nur etwas schlanker, so war es gewiss der Star, der euch an der Nase herumführte.


Märzenbecher
Noch verrückter ist die Geschichte, die ich erst kürzlich erlebte: Ich war auf dem Weg von der Schule zum Parkplatz, als ich plötzlich ein Miauen hörte. Es war unverkennbar die Stimme des roten Katers, der in einer benachbarten Villa wohnt und oft seine Spaziergänge über den Schulhof macht. Er hat ein ganz besonderes "Miau", es ist nicht zu verwechseln. Aber als ich mich umsah, war da nirgendwo eine Katze zu sehen! Ich wunderte mich. Das Miauen schien außerdem aus einem Baum zu kommen, aber ich hatte den Kater noch nie auf diesen Baum klettern sehen. Dessen Rinde ist zu glatt und seine Äste beginnen erst sehr weit oben. Kein guter Kletterbaum für eine Katze! Stattdessen, als ich nach oben blickte, saß dort ein großer, bunter Vogel - ein Eichelhäher! - und schaute mich verschmitzt an. Ich kenne ihn recht gut, er hält sich oft in den hohen Bäumen rund um die Villa auf. "Du hast nicht etwa soeben 'Miau' gesagt?" Eine gescheitere Frage war mir nun nicht eingefallen. In diesem Augenblick hörte ich es wieder - und sah es. Der Vogel imitierte perfekt die Stimme des Katers, die er bestimmt schon oft gehört hatte! Er miaute noch mehrmals. Und es schien mir, als ob er dabei lachte!

Solange die Bäume noch kein Laub tragen, lassen sich Vögel sehr gut beobachten. Wenn ihr die Vögel, von denen ich hier erzählt habe, noch nicht kennt, könnt ihr unter folgendem Link nachschauen: Vogel und Natur. Dort findet ihr viele Tipps zur Vogelbeobachtung und auch ein Vogellexikon mit sehr guten Fotos, wo ihr vergleichen und euch die Namen der Vögel einprägen könnt. Interessantes erfahrt ihr dort auch über den Vogel des Jahres 2017: Den Waldkauz. Dieser ist weniger gut zu beobachten, weil er tagsüber gern ruht und dafür nachts unterwegs ist. Beim Naturschutzbund NABU wurden deshalb in und um Nistkästen Waldkauz-Webcams eingerichtet, wo ihr den Vögeln beim Brüten und später beim Aufziehen der Jungen zusehen könnt. Klickt euch rein! Viel Spaß beim Beobachten!



Der Eichelhäher wiederum gehört zu den Rabenvögeln. Diese gelten als sehr klug und besonders begabt. Und es wird ihnen Sinn für schöne Dinge nachgesagt! Ihr kennt bestimmt Geschichten um die angeblich "diebische" Elster, die ihr Nest in Wirklichkeit einfach gern mit glänzenden Sachen schmückt. Um einen Raben geht es auch in diesem stimmungsvollen Bilderbuch. Rabe Oskar liebt... - das weite blaue Meer, weiches grünes Gras, den Duft des Frühlings, süße rote Kirschen, bunte Herbstblätter - und vieles mehr. Und er lädt uns ein, ihn zu begleiten. Und einander zu erzählen, was wir lieben. Vielleicht auch, dies selbst in ähnlich kunstvollen Bildern auszudrücken. Denn in jedem von uns steckt ein Künstler - oder eine Künstlerin! Und dabei spielt es gar keine Rolle, wie alt wir sind.



Britta Teckentrup:
Oskar liebt...
München 2016 (Prestel)
ISBN: 978-3-7913-7269-3
Überall im Buchhandel





Tiere begegnen uns in vielen Büchern - und manchmal fallen sie auch heraus! Dies passierte - ausgerechnet! - einem Wolf, der sich ratlos vor einem riesigen, übervollen Bücherregal wiederfand und sich auf die mühevolle Suche machte nach einer Geschichte, in die er wohl passen könnte. Ob er eine fand? Was meint ihr?

"Der Wolf, der aus dem Buch fiel" ist ein pfiffiges, witziges Buch, das beim Anschauen neugierig auf noch mehr Bücher macht!

Grégoire Mabire/Thierry Robberecht:
Der Wolf, der aus dem Buch fiel
Ravensburg 2015 (Ravensburger)
ISBN 978-3-473-44668-1
Überall im Buchhandel



Lust auf mehr Märchen, in denen Tiere vorkommen? Bestimmt kennt ihr aus der Sammlung der Gebrüder Grimm die "Bremer Stadtmusikanten", jene vier verwegenen Tiergesellen, die sich auf den Weg machen, um einen besseren Platz für sich zu suchen? Dieses Märchen ist nun letztes Jahr zum stolzen 90. Gebuirtstag der bekannten und beliebten Illustratorin Gerda Muller in einem neuen, bezaubernden Bilderbuch erschienen, für das natürlich sie selbst die wunderschönen Bilder gemalt hat. Viel Spaß beim Wiedersehen mit Esel, Hund, Katze und Hahn!

Gerda Muller
nach den Gebrüdern Grimm:
Die Bremer Stadtmusikanten
Frankfurt 2016 (Moritz)
ISBN 978-3-89565-320-9
Überall im Buchhandel




Narzisse (Osterglocke)

Einen schönen (Lese-)Frühling wünscht euch

Betty

Donnerstag, 22. Dezember 2016

Vom Wiederfinden der Stille, von Ländern mit viel Schnee - und von manch ungewöhnlicher Freundschaft

Markt und Straßen stehn verlassen,
Still erleuchtet jedes Haus,
Sinnend geh ich durch die Gassen,
Alles sieht so festlich aus.

An den Fenstern haben Frauen
Buntes Spielzeug fromm geschmückt,
Tausend Kindlein stehn und schauen,
Sind so wunderstill beglückt.

Und ich wandre aus den Mauern
Bis hinaus ins freie Feld,
Hehres Glänzen, heilges Schauern!
Wie so weit und still die Welt!

Sterne hoch die Kreise schlingen,
Aus des Schnees Einsamkeit
Steigts wie wunderbares Singen –
O du gnadenreiche Zeit!

Joseph Freiherr von Eichendorff



Wieder neigt sich ein Jahr dem Ende zu. Mit diesem einen meiner liebsten Weihnachtsgedichte möchte ich Euch nun einen schönen und friedevollen Jahreswechsel wünschen!

Das Weihnachtsgedicht von Joseph von Eichendorff stammt aus einer Zeit, die etwa 200 Jahre zurückliegt. Eine Zeit, die wir uns heute nur schwer vorstellen können. Keine, in der etwa "alles besser" war, wie manche gerne glauben möchten, o nein! Aber sie kannte mehr Ruhe und Stille. Es war eine Welt ohne Elektrizität und Elektronik. Eine Welt ohne Autos, ohne Computer und ohne Geräte, die Musik abspielen konnten. Wer Weihnachtslieder hören wollte, musste dorthin gehen, wo gesungen wurde und wo Menschen Instrumente spielen konnten. Oder selbst singen oder ein Instrument spielen. Am besten beides! Wer hingegen Ruhe und Stille suchte, der konnte sie noch finden.

Wir können uns diese Stille nicht mehr ganz zurückholen. Aber wir können uns kleine stille Oasen schaffen. Die Augen schließen, uns Gedichte und Geschichten aus anderen Zeiten und Gegenden anhören und in sie eintauchen. Vielleicht sogar ein Gedicht, das uns gut gefällt, auswendig lernen und es uns selbst aufsagen, wann immer es uns danach ist. Und für einen Augenblick unsere laute Welt draußen lassen.

Manchmal hilft uns auch eine schnurrende Katze, um zur Ruhe zu kommen. Bei uns hat Lisa diesen Job übernommen - und sie macht ihn sehr gut!




Skandinavien, das sind die nördlichen Länder Dänemark, Schweden, Finnland, Norwegen und Island, mit wunderschönen Landschaften, in die wir uns gerne träumen, wenn uns zur Weihnachtszeit der Schnee fehlt.

Dänemark lässt uns sogleich an die Märchen von Hans Christian Andersen denken, wie "Das Mädchen mit den Schwefelhölzchen" oder "Die kleine Meerjungfrau", Schweden kennen wir vor allem aus den bezaubernden Geschichten Astrid Lindgrens, die uns die Abenteuer von Pippi, Michel, Madita oder den Kindern aus Bullerbü immer wieder miterleben lassen, oder auch aus den herrlichen Bilderbüchern von Sven Nordqvists "Pettersson und Findus". In Norwegen spielt "Sofies Welt" von Jostein Garder, ein spannender Roman über die Geschichte der Philosophie. Aus den anderen Ländern fallen uns schon nicht mehr so viele Geschichten ein, obwohl es dort ebenso wunderbare gibt, die hier nur fast niemand kennt. Höchste Zeit also, sie kennenzulernen und zugleich etwas über Weihnachtsbräuche in diesen Ländern zu erfahren!



Esther Kalb (Hrsg.):
Skandinavische Weihnachten

Mit Texten von:
Astrid Lindgren
Sven Nordqvist
Hans Christian Andersen
Selma Lagerlöf u.v.

Hamburg 2016 (Oetinger)
ISBN-13: 978-3-7891-0415-2
Überall im Buchhandel





Irgendwann geht die Weihnachtszeit vorüber; die Tage werden schon ab jetzt wieder länger, aber der Winter wird hier in Europa noch eine Zeit andauern. Deshalb braucht es mehr Vorlesegeschichten, weshalb ich Euch hier eine weitere, ganz bezaubernde Geschichtensammlung von bekannten und weniger bekannten Autorinnen und Autoren empfehle:


Barbara Gelberg (Hrsg.):
Einmal, als der Bär ans Meer kam
Die schönsten Vorlesegeschichten mit Bildern von Anke Kuhl und Philip Waechter

Geschichten von Katja Alves, Martin Auer, Zsusza Bánk, Kirsten Boie, Alina Bronsky, Wieland Freund, Josef Guggenmos, Kenneth Graham, Peter Härtling, Finn-Ole Heinrich, Franz Hohler, Janosch, Åsa Lind, Paul Maar, Erwin Moser, Salah Naoura, Christine Nöstlinger, Uri Orlev, Mirjam Pressler, Hilke Rosenboom, Oliver Scherz, Jürg Schubiger, Rafik Schami, Frederik Vahle, E.B. White, Frederik Vahle, Martina Wildner u.v.a.m.

Weinheim 2016 (Beltz)
ISBN: 978-3-407-82169-0
Überall im Buchhandel

Um eine ungewöhnliche Freundschaft geht es im nächsten Buch. Ein Leopard und eine Maus? Kann das gut gehen? Lest selbst! "Rigo und Rosa" ist eine berührende Geschichte um das, was Freundschaft ausmacht, begleitet von wunderschönen Zeichnungen.

Lorenz Pauli, Kathrin Schärer:
Rigo und Rosa
28 Geschichten aus dem Zoo und aus dem Leben
Zürich 2016 (Oell Füssli)
ISBN 978-3-7152-0710-0
Überall im Buchhandel









Manche von Euch werden Weihnachten feiern, manche nicht; sie feiern dafür andere Feste im Laufe des Jahres, die ihnen wichtig sind.

Egal, was, wo, wann, mit wem und wie Ihr feiert:

Möge es stets ein friedevolles Fest sein, das Ihr genießen könnt, mit den Menschen, die Ihr lieb habt, mit viel Zeit zum Genießen und Freuen, zum Spielen und Erzählen!

In diesem Sinne wünsche ich Euch schöne Ferien, tolle Feiertage und einen guten Start im Neuen Jahr!

Eure Betty

Dienstag, 1. November 2016

Vom Malersmann Herbst, vom Abenteuer der Buntheit und Vielfalt, vom Glück... - und vom Lachen, das alle verbindet

Der Herbst, der ist ein Malersmann,
er malt die grünen Blätter an.
In vielen Farben leuchtet bald
der buntgeschmückte Wald.

Der Herbst geht durch das ganze Land,
und hält er Rast am Wegesrand,
sind Fluss und Tal in Dampf getaucht,
weil er sein Pfeifchen schmaucht.

Kinderlied (Text: Walter Krumbach)



Und schon bringt Maler Herbst, den der Sandmännchen-Dichter Walter Krumbach hier so schön beschreibt, die Wälder zum Leuchten und zeigt uns an, dass wieder ein Jahr bald zu Ende geht. Immer wieder bedeutet der Herbst für viele von uns auch: Sich auf Neues einstellen. Ein neues Schuljahr. Neue Aufgaben. Neue Gesichter. Und - hoffentlich - neue Freundschaften!

Frankfurter Buchmesse 2016 - Messeturm





Frankfurter Buchmesse 2016 - Bei den Kinder- und Jugendbuchverlagen
Eine besondere Jahreszeit ist der Herbst für alle, die Bücher lieben.
Im Monat Oktober werden auf der Buchmesse in Frankfurt neu erschienene Bücher für Groß und Klein vorgestellt. In riesigen Hallen finden sich: Bücher, Bücher, Bücher... Und hier und da sind auch manche Autorinnen und Autoren persönlich anzutreffen. Ich bin hingefahren und habe mich umgesehen. Es ging mir wie immer, wenn es von allem sehr viel - fast zu viel - gibt: Ich lasse mich hierhin und dorthin treiben, schaue und staune, trödle, verpasse vieles und muss wieder gehen, ohne alles gesehen zu haben. Trotzdem hat es mir großen Spaß gemacht.

Frankfurter Buchmesse 2016 - Lesezelt


Ein Buch, das mir im Vorübergehen aufgefallen ist und mich angesprochen hat, möchte ich Euch hier vorstellen. Es handelt von nichts weniger als vom Glück! Glück hatte die Eichel, die das Eichhörnchen versteckt hatte. Glück, dass dieses Eichhörnchen das Versteck nicht wiederfand. So etwas passiert Eichhörnchen oft und ist nicht schlimm, weil diese Tiere stets reichlich Wintervorräte anlegen. Es wird trotzdem gut über den Winter gekommen sein. Aus der vergessenen Eichel jedoch kann ein stattlicher Baum wachsen, trotz vieler Gefahren, denen er jedesmal wiederum mit Glück entgeht. Mit phantasievollen Bildern erzählt diese Geschichte von den vielen Zufällen des Lebens, die zum Wachsen und Gedeihen - und zum Glück nötig sind.

Gewidmet ist das Buch "den Bäumen, den Wäldern und allen, die sie schützend bewahren". Dies erinnert uns an unsere Verantwortung! Denn es ist das Holz von Bäumen, aus dem unser Papier gemacht ist, aus dem wiederum die Bücher sind. Umso schöner, wenn ein Buch von Bäumen erzählt und uns Menschen zur Achtsamkeit gegenüber der Natur ermahnt!


Ghislaine Roman:
Puh!
Illustrationen von Tom Schamp
Aus dem Französischen von Gertrud Posch
Bohem Verlag
ISBN 978-3-95939-037-8
Überall im Buchhandel
 
 


So bunt wie die Farben des Herbstes sind auch wir Menschen selbst. Jede und jeder von uns hat eine eigene unverwechselbare Persönlichkeit, bringt eigene Talente und Begabungen mit und hat eine eigene Geschichte zu erzählen. Manche sind weit gereist. Oder ihre Eltern oder Großeltern kommen aus anderen Gegenden der Welt.

Bei unserem Kinderclub, den "Lesefüchsen", haben wir neulich unsere Sprachen, die außer Deutsch zuhause gesprochen werden, zusammengetragen und festgestellt, dass es bei uns ebenso viele verschiedene Sprachen wie Kinder in unserem Club gibt. Dies ist eine große Chance, voneinander lernen zu können! Aber dafür müssen wir bereit sein, einander zuhören. Bücher in mehreren Sprachen können uns dabei helfen.

"Bestimmt wird alles gut" ist die sensibel erzählte Geschichte einer Flucht, wie sie viele Kinder, die neu bei uns in Europa angekommen sind, auf ihre eigene Weise hinter sich haben. Die bekannte Kinderbuchautorin Kirsten Boie hat zwei geflüchtete Kinder aus Syrien in ihrer eigenen Nachbarschaft kennengelernt. Sie hat sich von ihnen erzählen lassen, was sie erlebt hatten, und es aufgeschrieben. Das Besondere an diesem Buch: Es kann auf in deutscher und arabischer Sprache gelesen - und natürlich vorgelesen - werden. So lernen wir nicht nur einander, sondern auch unsere Sprachen gegenseitig besser kennen.

Kirsten Boie/Jan Birck:
Bestimmt wird alles gut
Übersetzung ins Arabische: Mahmoud Hassanein
Leipzig 2016 (Klett-Kinderbuch)

ISBN: 978-3-95470-134-6
Überall im Buchhandel





Manchmal bedeutet Glück einfach, noch einmal davongekommen zu sein. Neue Freunde zu finden, sich angenommen, geborgen und zuhause fühlen zu können.

Zum Glück: Gemeinsam spielen, lachen und Spaß haben geht immer, egal, welche Sprache jede und jeder spricht!

Manche Bücher habe ich als Kind geliebt und sie doch nicht behalten; ich habe sie weitergegeben, als ich älter wurde. Für eine gewisse Zeit hatte ich sie dann vergessen und als ich mich wieder an sie erinnerte, waren sie bei den Verlagen vergriffen und höchstens noch antiquarisch - also gebraucht - zu bekommen. So ging es mir mit den "Achtundzwanzig Lachgeschichten" von Ursula Wölfel, die nun glücklicherweise in diesem Herbst neu aufgelegt wurden.

Da gibt es die Maus, die sich nachts in den Laden geschlichen hat und darin immer nur hin und her rennt, weil es von allen Seiten so gut riecht, dass sie darüber vergisst, rechtzeitig mit dem Essen anzufangen. Oder die Frau, die so viel zu tun hat, dass sie alles durcheinander bringt und erstmal ein großes Chaos veranstaltet. Oder den eiligen Mann, der mitten durch die Häuser läuft, weil er glaubt, keine Zeit zu haben, außen herum zu gehen! Geschichten, die in die heutige Zeit noch genauso passen wie in frühere Tage, weil es doch immer wieder dieselben verrückten Sachen sind, die Menschen so - oder so ähnlich - passieren - oder die sie sich ausdenken. Die Autorin Ursula Wölfel, die auch die bekannten "Suppengeschichten" und "Joschis Garten" geschrieben hat, lebt leider seit zwei Jahren nicht mehr, aber ihre Tochter Bettina Wölfel hat die fröhlichen, pfiffigen Illustrationen in der neuen Buchauflage gezeichnet.

Ursula Wölfel, Bettina Wölfel:
Achtundzwanzig Lachgeschichten
1969 (4. Neuauflage 2016)
Thienemann
ISBN: 978-3-522-18231-7
Überall im Buchhandel



Für manche - wie für mich - bedeutet Glück auch, etwas Schönes zu finden oder zu sammeln...












Oder eine schöne Herbstwald-Wanderung....







Oder das Erkunden einer alten Burg...


















 Oder eine schnurrige Begegnung...




Oder eben ein gutes Buch lesen bei einer schönen Tasse Tee!

Was immer es für Euch sein mag:

Ich sende Euch diesen Glückskäfer, auf dass Ihr einen glücklichen Herbst verbringen möget!

Auf bald!

Betty

Sonntag, 21. August 2016

Vom sommerlichen Seele-baumeln-Lassen, Lese-Abenteuern und dem Blick über den eigenen Tellerrand

Zupf dir ein Wölkchen aus dem Wolkenweiss,
Das durch den sonnigen Himmel schreitet.
Und schmücke den Hut, der dich begleitet,
Mit einem grünen Reis.


Verstecke dich faul in der Fülle der Gräser.
Weil`s wohltut, weil`s frommt.
Und bist du ein Mundharmonikabläser
Und hast eine bei dir, dann spiel, was dir kommt.


Und lass deine Melodien lenken
Von dem freigegebenen Wolkengezupf.
Vergiss dich. Es soll dein Denken
Nicht weiter reichen als ein Grashüpferhupf.


Joachim Ringelnatz (Sommerfrische)



Einmal wieder hat der Sommer uns eingeholt, fast schon überholt. Für manche von Euch sind die Ferien vielleicht schon vorüber, andere haben noch ein paar Tage davon übrig behalten. Ich selbst finde mich irgendwo dazwischen. Meine Ferien sind kurz, was nicht schlimm ist, weil ich eine Arbeit habe, die mir großen Spaß macht. Gern würde auch ich die Tage am liebsten einfach auf der Wiese verträumen, wie es oben der Dichter Joachim Ringelnatz so schön beschreibt. Aber es gibt natürlich noch andere Dinge, solche, die dringend erledigt werden müssen, und solche, die ich unbedingt tun möchte, wie zum Beispiel: schreiben.

Zu Besuch auf Schloss Ribbeck im Havelland
Verreist war ich in diesem Jahr schon, im Frühsommer, und habe zuerst Herrn von Ribbeck im Havelland besucht, über dessen Birnbaumgedicht von Theodor Fontane ich hier in einem früheren Beitrag schon einmal ausführlich geschrieben hatte. Ihr könnt es dort nachlesen.

Das Schloss im Bild wurde jedoch später erbaut und hat nun gar nichts mehr zu tun mit dem "Doppeldachhaus", das es inzwischen leider nicht mehr gibt. Auch den alten Birnbaum gibt es nicht mehr - Reste von ihm werden in der Dorfkirche aufbewahrt -, aber es wurden im Schlosspark viele neue Birnbäume gepflanzt, und zwar wurden hier ganz verschiedene Birnensorten aus allen Bundesländern Deutschlands zusammengetragen. Im Moment sind diese Baumsetzlinge natürlich noch sehr klein, aber ich denke mir, dass in einigen Jahren stattliche, ansehnliche Birnbäume aus ihnen werden, die helfen, die alte Geschichte lebendig zu halten, und vielleicht besucht Ihr sie ja dann einmal. Oder Eure Kinder und Enkel. Denn Bäume pflanzt man nun einmal nicht für sich selbst, sondern für die nächsten Kinder, die nachwachsen. Dafür dürfen wir uns an alten Bäumen freuen, die andere Menschen - oder manchmal auch Tiere - oder der Wind! - gepflanzt haben, als wir noch lange nicht geboren waren.

Alte Kastanienallee auf der Insel Rügen


Altes Schulzimmer im Schulhaus Ribbeck
An Sehenswertem gibt es in dem kleinen Ort Ribbeck auch noch ein altes Dorfschulhaus mit einem gemütlichen Café, wo Ihr das ehemalige Schulzimmer mit den alten Holzbänken und Schiefertafeln, auf denen viele Eurer Großeltern noch das Schreiben gelernt haben, besichtigen könnt. Solltet Ihr also einmal nach Brandenburg kommen - oder gar in der Nähe wohnen, kann ich Euch einen Besuch dort nur empfehlen!






Süderleuchtturm / Insel Hiddensee
Weiter ging es zu den traumhaft schönen Inseln Rügen und Hiddensee und ihren Leuchttürmen, von denen ich Euch einige "mitgebracht" habe...













Leuchtturm Dornbusch / Hiddensee




Die Leuchttürme von Arkona / Insel Rügen


Kap Arkona / Rügen:
Alter und neuer Leuchtturm


Eine interessante Entdeckung im Ort Vitte auf der Insel Hiddensee war auch die Figurensammlung "Homunkulus", wo es Puppen und Requisiten zu bestaunen gibt, die alle einmal in Theaterstücken der Seebühne Hiddensee mitgespielt haben. 










Außerdem hatte ich unterwegs natürlich wieder viele nette Begegnungen mit Vier- und Zweibeinern...

Pferde auf Hiddensee




Junge Silbermöwe im Hafen Sassnitz auf Rügen



















Freund Kormoran auf Fischfang im Sassnitzer Hafen





Schlummernde Café-Katze

















"Mäh-Arbeiter" als Landschaftspfleger am Kap Arkona




Junger Haussperling im Rügenhof Arkona
Und natürlich konnte ich es auch wieder nicht lassen, in diversen Bücherecken zu stöbern, denn gerade in den Ferien sollte Zeit sein zum ungestörten Lesen und Sich-Vorlesen-Lassen.

So fand ich eine schöne Sammlung mit illustrierten Märchen aus der damaligen DDR, die dieses Jahr neu aufgelegt werde. Viele darin sind alte Bekannte, wie Rotkäppchen, Aschenputtel oder die Bremer Stadtmusikanten, manche wiederum sind hier weniger bekannt, wie zum Beispiel der "Dumme Iwanuschka" aus einem Märchen aus Russland, über dessen Missverständnisse und Missgeschicke ich als Kind schon viel lachen musste.


"Guten Tag, Rotkäppchen", sprach der Wolf
Illustrierte Märchen aus der Zeit der DDR
Weinheim 2016 (Beltz)
ISBN: 978-3-407-77201-5
Überall im Buchhandel

Ich bin mit Kinderbüchern aus der DDR aufgewachsen, obwohl ich nicht dort gewohnt habe. Ich kannte das Land damals nur von Besuchen. Meine Mutter kam aus Döbeln in Sachsen und ich hatte dort noch viele Verwandte und Bekannte, mit denen wir uns Pakete hin und her schickten. Sie bekamen von uns Kaffee, Kakao und andere Dinge, die damals dort schwer zu bekommen waren, und sie wiederum schickten Bücher. Gerade in der DDR gab es viele talentierte Illustratoren, also Leute, die sehr schöne Bilder zu den Geschichten gestalteten, und so war ich im Besitz vieler schöner Bilderbücher. Die meisten davon habe ich nicht mehr, umso mehr freue ich mich, dass manche Verlage sie nun neu herausbringen. Somit gehen uns diese Schätze von einst nicht verloren!

Sogar mein allererstes Tier-Bilderbuch habe ich wiedergefunden; es ist natürlich etwas für die Kleinen, aber auch für alle anderen, die schöne Bilderbücher einfach lieben und sammeln:




Elsbeth Friemert/Ingeborg Meyer-Rey (Illustrationen):
Wer kennt meine Tiere
Weinheim 2016 (Beltz)
ISBN: 978-3-407-77121-6

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Einen klassischen Ferienschmöker, der schon früher Kinder begeistert hat, habe ich wiederentdeckt und neu gelesen.

Viel erleben kann, wer eine Reise tut, noch dazu zum ersten Mal allein, wie Emil, der mit dem Zug von Neustadt nach Berlin fährt, um seine Großmutter, seine Tante und seine Kusine "Pony Hütchen" zu besuchen. Unterwegs wird ihm sein Reisegeld gestohlen, für das seine Mutter, die allein mit ihm lebt, lange arbeiten und sparen musste. Da gibt es nur eins: Er muss den Dieb finden und sein Geld wiederbekommen! Was tun? Alleine wäre es wohl schwierig. Aber Emil findet Freunde...

Erich Kästner:
Emil und die Detektive
Berlin 1929
(Dressler)
ISBN-13: 978-3-7915-3012-3

Überall im Buchhandel

Was dieses Buch - auch für die Großen - so besonders macht: Es lässt beim Lesen ein Bild des alten Berlin entstehen, mit Pferdekutschen, den ersten Autos und Straßenbahnen, wie wir es sonst nur von wenigen alten Bildern kennen. Und leider leben nicht mehr viele der älteren Menschen, die uns noch davon erzählen könnten. So bleibt dieses Buch ein Klassiker für alle Zeiten und Emils Abenteuer, mit Erich Kästners unvergleichlichem Humor erzählt, lesen sich noch ebenso spannend wie einst.


Wir alle werden nicht jünger - und der Deutsche Jugendliteraturpreis wird 60 Jahre alt! Mit ihm wurden und werden Bücher ausgezeichnet, die nicht nur gut geschrieben und mit schönen Bildern illustriert sind, sondern auch das Verständnis der Menschen füreinander fördern, denn nur mit Interesse aneinander und Respekt voreinander kann es möglich werden, in Frieden zusammenzuleben und Freundschaft zu schließen.

Zu diesem besonderen Geburtstag nun ist ein ganz besonderes Buch erschienen mit preisgekrönten Geschichten aus den zurückliegenden 10 Jahren. Wir finden darin bekannte Autorinnen und Autoren wie Kirsten Boie oder Peter Härtling, aber auch Namen, die es noch zu entdecken gilt. Denn sie kommen aus 5 Kontinenten und zählen zu den besten Kinderbuchschriftstellern der Welt. Und so handeln auch die Geschichten von Kindern aus aller Welt und ihren Schicksalen - und wir werden wieder einmal feststellen, dass alle sich sehr ähnlich sind in ihrem Fühlen und Denken und ihren Träumen - und dass das, was uns allen gemeinsam ist und uns verbindet, sehr viel größer ist, als das, was uns unterscheidet.

Stephanie Jentgens (Hg.):
Was ist los vor meiner Tür?
20 Geschichten der Besten
zum 60. Geburtstag des Deutschen Jugendliteraturpreises
Berlin 2016 (Jacoby & Stuart)
ISBN 978-3-942787-87-1
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Ich wünsche Euch noch einen schönen verbleibenden Sommer mit vielen spannenden Lese-Abenteuern und einen guten Start in den Herbst!

Viele liebe Grüße

Eure Betty